Frau Elke Ingruber
Marketing Project Manager DePuy Mitek
Deutschland – Österreich – Schweiz
DePuy: Sie verlassen zum zweiten Mal eine Führungsposition, um in Elternzeit zu gehen. Ist dies für Sie eine Entscheidung für die Familie und gegen Ihre Karriere?
Elke Ingruber: Ich selbst habe dies auch beim ersten Kind nie so gesehen, wurde aber tatsächlich von vielen Leuten darauf angesprochen. „Naja, du hast dich ja gegen die Karriere entschieden“ und ähnliche Kommentare habe ich mehr als einmal gehört, aber in den seltensten Fällen innerhalb des Konzerns. Wobei ich nach meiner ersten Schwangerschaft ja nicht unmittelbar in eine Führungsposition zurückgekehrt bin, sondern nach und nach meine Arbeitszeit erhöht habe und meinen Verantwortungsbereich vergrößern konnte.
DePuy: Das heißt, dass Sie nicht in Ihre alte Position zurückgekehrt sind?
Elke Ingruber: Nein, während meiner Abwesenheit wurde die Struktur innerhalb von DePuy Mitek stark verändert und „meine“ Position existierte gar nicht mehr. Ich kehrte in denselben Unternehmensbereich zurück, hatte aber eine ganz andere Position inne. Durch meine Rückkehr auf Teilzeitbasis hatte ich die Möglichkeit, mich langsam wieder in die Thematik und die neue Struktur einzuarbeiten. Meine jetzige Position ist jedoch der alten sehr ähnlich, diesmal mit größerer geographischer Verantwortung.
DePuy: Wie wirkt sich die erneute Schwangerschaft auf Ihre Karriere aus?
Elke Ingruber: Momentan weiß ich natürlich noch nicht, in welchen Job ich zurückkehren werde und ich lege auch keinen großen Wert auf irgendwelche Jobgarantien, da sich sowohl im Unternehmen als auch in meinem Privatleben bis zu meiner Rückkehr viel verändern kann. Ich weiß jedoch, dass ich in 1-2 Jahren wieder einsteigen möchte und bin überzeugt, dass sich früher oder später wieder eine verantwortungsvolle, spannende Aufgabe bei DePuy finden wird, da das Unternehmen mein Potential und meine Einsatzbereitschaft kennt.
DePuy: Und wie reagiert Ihr Vorgesetzter darauf, dass Sie zum zweiten Mal in Elternzeit gehen?
Elke Ingruber: So, wie man sich das von einem Vorgesetzten wünscht, nämlich mit größtem Verständnis dafür. Natürlich ist es für einen Vorgesetzten und ein Team immer eine Herausforderung, wenn jemand das Team verläßt, man muß ja auch irgendwie umstrukturieren, nachbesetzen o.ä. Auf der anderen Seite werde ich nicht als eine „verlorene“ Arbeitskraft betrachtet und mein Vorgesetzter weiß meine gewonnene Sozialkompetenz und Konfliktkultur zu schätzen.
DePuy: Und wie sieht das tägliche Leben mit Familie und Karriere aus?
Elke Ingruber: Zu sagen, dass es immer einfach und lustig ist, wäre gelogen, denn in einen verantwortungsvollen Job muß man auch ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen aber auch den Familienalltag kann man nur bedingt planen. Alle Routinen und Notfallspläne helfen nicht, wenn die Kinder krank werden, aber ein bestimmtes Projekt dennoch abgeschlossen werden muss. Hier kommt mir DePuy sehr entgegen, da ich beispielsweise jederzeit von zuhause arbeiten kann und das Unternehmen den Begriff „Vertrauensarbeitszeit“ wirklich lebt. Mitarbeiter, deren Leistung und Einsatzbereitschaft erkannt werden, haben vielfältige Möglichkeiten, den Arbeitsalltag zu gestalten.
