Tägliche Vielseitigkeit

 
 
 
 
 
 
 
 
Martin Meyer
 
 
 
 
 
 
 
 

 


 

Herr Martin Meyer

Account Manager und
Medizinprodukteberater im Außendienst
DePuy Orthopaedics

 

 

DePuy: Bedeutet Außendienst Klinkenputzen?

 

Herr M. Meyer: Dieses Vorurteil mag vielleicht für andere Branchen gelten. Bei DePuy übt man im Außendienst einen unglaublich abwechslungsreichen Serviceberuf aus. Wir haben es mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten aus verschiedenen Gruppen – Ärzte, OP-Personal, Klinikmanager – zu tun. Man muss die medizinische Seite der Dinge ebenso verstehen wie die ökonomische und die technische. Nicht zuletzt, weil ich für meinen Bereich eine sehr große Entscheidungsfreiheit habe, praktisch wie ein kleines Unternehmen arbeite und viele unterschiedliche Aufgaben erledige.

 

DePuy: Wie sieht denn ein typischer Tag bei Ihnen aus?

 

Herr M. Meyer: Den gibt es nicht – jeder Tag ist anders. Einige Dinge kommen natürlich regelmäßig vor: Zwei- bis dreimal die Woche beginne ich morgens mit der Begleitung einer Operation. Anschließend plane ich vielleicht mit der leitenden OP-Schwester den Implantatnachschub oder führe Preisverhandlungen mit dem Einkäufer derselben Klinik. Am Nachmittag leite ich an einer anderen Klinik einen Workshop, in dem eine Gruppe von Chirurgen den Umgang mit einem unserer Produkte lernt. Zwischendurch führe ich noch einige Gespräche, etwa mit einem Chefarzt oder einem Klinikdirektor.

 

DePuy: Was tun Sie, wenn Sie eine Operation „begleiten“?

 

Herr M. Meyer: Es gibt beim künstlichen Gelenkersatz einen Anteil an besonders schwierigen Operationen, bei denen komplexe, modular aufgebaute Implantatsysteme eingesetzt werden. Das kommt auch in großen Kliniken nicht jeden Tag vor und der Chirurg kann nicht immer alle Details der Systeme kennen. In solchen Fällen gehe ich mit in die OP und beantworte Fragen zu unseren Produkten. Ähnlich ist es, wenn ein Kunde ein neues Implantat zum ersten Mal einsetzt. Ich stehe unseren Kunden auch bei Operationen zur Seite, die mit Hilfe unserer computergestützten Navigationssysteme durchgeführt werden.

 

DePuy: Wie haben Sie das alles gelernt?

 

Herr M. Meyer: Vor allem bei DePuy. Ich habe gleich nach meinem betriebswirtschaftlichen Studium im Außendienst angefangen. Zunächst wurde ich sehr umfassend geschult – medizinische Grundlagen, vertiefte Kenntnis der Produkte, technologische Zusammenhänge standen dabei im Vordergrund. Danach kam die sehr gründliche Einarbeitungsphase, in der ich viel mit erfahrenen Kollegen unterwegs war. Man braucht schon ein bis zwei Jahre, bis man mit einem Arzt vernünftig über Fragen des Gelenkersatzes diskutieren kann. Ich wurde vom Unternehmen sehr gut vorbereitet, aber man braucht auch eine ordentliche Portion Eigeninitiative, um die große Menge an Lernstoff zu bewältigen.

 

DePuy: Außendienst heißt auch Verkauf. Wie kommen Sie an Neukunden?

 

Herr M. Meyer: Implantate sind keine Massenware, die man einfach so verkauft. Es gehört immer umfassender Service und enge Zusammenarbeit mit den Kunden dazu. Die Produkte sind komplexe Hochtechnologie, es gibt ständig Neuerungen. DePuy ist hier weltweit einer der größten und innovativsten Anbieter. Die Ärzte und Kliniken haben großes Interesse daran, sich mit uns auszutauschen – auch wenn sie noch nicht unsere Kunden sind. Sie wollen über Neuerungen informiert werden, über klinische Daten diskutieren, sich über materialtechnische Fragen beraten, über Servicekonzepte reden und vieles mehr. Wir treffen in der Regel auf offene Türen und offene Ohren, wir führen partnerschaftliche Gespräche auf Augenhöhe. Es kommt dann auf die eigene Wachheit, auf das eigene Engagement an, Chancen für die eigenen Produkte zu erkennen und zu nutzen.

 

DePuy: Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

 

Herr M. Meyer: Das wird eine längere Liste... Ich habe die Infrastruktur und Unterstützung eines großen Unternehmens zur Verfügung und bin zugleich sehr eigenständig. Ich gestalte meine Arbeit selbst, mit großen Spielräumen für Abläufe und Entscheidungen. Das heißt aber nicht, dass ich mich als Einzelkämpfer durchschlagen müsste – ich bin ständig im Kontakt mit den Kollegen aus dem Team und der Zentrale und arbeite eng mit ihnen zusammen. Die Arbeit selbst ist enorm vielfältig und abwechslungsreich. Sie bringt mich mit vielen interessanten Menschen zusammen. Vor allem ist es sehr befriedigend, etwas höchst Sinnvolles zu tun.

 

DePuy: Woran denken Sie dabei?

 

Herr M. Meyer: Es geht bei meiner Arbeit letztendlich immer darum, dem Patienten, dessen Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt werden soll, eine möglichst gute Versorgung zu garantieren. Dazu kann ich einiges beitragen.

 

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