Grundsätzlich ist Sport in vielerlei Hinsicht empfehlenswert. Er hält fit, stärkt die Muskulatur, ist günstig für Herz und Kreislauf, macht Spaß und dient der Geselligkeit.
Durch gezielte und maßvolle Beanspruchung fördern Sie die Beweglichkeit und Kräftigung Ihrer Muskulatur. Gute Ergebnisse können erreicht werden, wenn Sie sich regelmäßig bewegen. Beginnen Sie Ihr Sportprogramm vorsichtig und wohl dosiert, legen Sie Pausen ein und steigern Sie sich langsam. Beachten Sie die Warnsignale Ihres Körpers und unterbrechen Sie gegebenenfalls Ihr Training. Nach einer solchen Operation ist daher Sport unter geschulter Anleitung sinnvoll.
Der Aufbau der Muskulatur im Bereich des operierten Gelenkes ist ein allgemeines Ziel sportlicher Aktivitäten des Endoprothesenträgers. Dies dient u. a. der Gelenkstabilität und der Widerstandsfähigkeit des Knochenlagers
Führt Sport zu frühzeitigen Lockerungen von Prothesen?
Bei angemessener sportlicher Betätigung konnten bislang keine gehäuften Implantatlockerungen festgestellt werden. Dies weist vielmehr darauf hin, dass Bewegung eine unterstützende Wirkung beim Einwachsen des Implantates hat. Dagegen verstärkt Bewegungsmangel die Gefahr einer Osteoporose nachhaltig und scheint das Lockerungsrisiko zu erhöhen. Sportarten mit Belastungsspitzen (z. B. Sprünge und Ballspiele) führen dagegen eher zu einem frühzeitigen Versagen des Kunstgelenkes.
Die reine Auflistung der Sportarten – geeignet, bedingt geeignet oder nicht geeignet – birgt die Gefahr einer kritiklosen Anwendung in beiden Richtungen. So können auch ungünstige Sportarten bei individueller Abwandlung der Techniken durchaus für einen bestimmten Patienten geeignet sein. Vermieden werden sollten Sportarten mit großen Stoßbelastungen, extremen Bewegungsausschlägen und abrupten Richtungswechseln. Günstig sind gleichmäßig fließende, rhythmische Bewegungen mit geringer Kraftentfaltung auf das Gelenk, z. B. Nordic Walking und Schwimmen.
