Liebe Leserin, lieber Leser,
Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule, verbunden mit Schmerzen, zählen zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten unserer Zeit.
Die Verschleißerkrankung der Halswirbelsäule
Die Wirbelsäule ist täglich wechselnden Belastungen ausgesetzt und unterliegt einem Verschleißprozess. Dieser Prozess wird als „Degeneration” bezeichnet und beginnt bereits im zweiten Lebensjahrzehnt.
Die Folgen sind Bandscheibenvorfälle und abnutzungsbedingte Knochenveränderungen an den Wirbelsäulengelenken sowie an den Nervenaustrittsöffnungen. Als Folge dieser Veränderungen kann es zu einer Schädigung des Rückenmarks und der abgehenden Nervenwurzeln kommen. Speziell für die Halswirbelsäule bedeutet dies, dass der Druck auf die Nerven mit starken Schmerzen einhergeht, die häufig mit Ausstrahlungen in Schulter und Arm, sowie mit Funktionsausfällen bis hin zu Lähmungserscheinungen oder Störungen des Hautgefühls verbunden sind.
Häufig lassen sich die Beschwerden mit Medikamenten oder physiotherapeutischen Maßnahmen ausreichend lindern. Ist dies nicht der Fall, wird ein operativer Eingriff erforderlich.
Die allgemeine operative Therapie
Die Entfernung des Bandscheibenvorfalls und der gesamten Bandscheibe mit anschließender Versteifung (Fusion) gilt als sogenannter „goldener Standard” für die operative Behandlung der Halswirbelsäule.
Die Versteifungsoperation führt zu einer Minderbeweglichkeit der Halswirbelsäule, was im Laufe von Jahren zum Verschleiß der angrenzenden Bandscheiben führen kann. Diese Verschleißerscheinungen bzw. Beschwerden werden zum Großteil als Folge der Versteifungsoperation mit einer möglichen Überbelastung der angrenzenden Bandscheiben gewertet.
Die Bandscheibenendoprothetik der Halswirbelsäule
Ziel der Bandscheibenendoprothetik ist es, solche Überlastungsreaktionen zu verhindern, da die Beweglichkeit des operierten Segments erhalten bleibt.
Das Konzept der Discover™ zervikalen Bandscheibenprothese
Die Discover™ zervikale Bandscheibenprothese besteht aus zwei Titanendplatten. An der Grundplatte ist zusätzlich ein Kunststoffkern (Polyethylen) fest fixiert. Dieser garantiert die physiologische Beweglichkeit der Prothese in allen Raumebenen (Überstreckung und Beugung, Drehung zu beiden Seiten sowie Seitneigung zu beiden Seiten). Selbstverständlich sind auch gekoppelte Bewegungen (z.B. Überstreckung mit gleichzeitiger Drehung oder Beugung mit gleichzeitiger Seitneigung) möglich. Die Prothese ist „lordotisch” konfiguriert, um neben der normalen Bandscheibenraumhöhe insbesondere das physiologische Profil der Halswirbelsäule zu erhalten bzw. wiederherzustellen.
Wir haben sehr großen Wert darauf gelegt, dass die Prothese aus einer Titanlegierung besteht, da damit auch nach der Operation noch die Möglichkeit der qualitativ hochwertigen Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) besteht. Dies wäre bei Verwendung von herkömmlichen Stahlprothesenunmöglich.
Dem operierenden Arzt stehen natürlich verschiedene Größen zur Verfügung, so dass er die individuell für Sie richtige Prothesengröße auswählen und verwenden kann.
Die Operation mit der Discover™ zervikalen Bandscheibenprothese
Die Operationstechnik unterscheidet sich in ihrer Anfangsphase nicht vom klassischen Verfahren der Fusion. Die krankhafte Bandscheibe wird entfernt und der Bandscheibenraum mit speziellen Instrumenten aufgespreizt, um die Nervenwurzeln zu dekomprimieren (Druckentlastung) und um eventuell ausgetretenes Bandscheibengewebe zu entfernen. Schließlich wird in einigen wenigen Schritten die bestmögliche Größe und Höhe der künstlichen Bandscheibe ausgemessen, die dann unter Röntgenkontrolle exakt zentral eingebracht wird.
